IMT
 
   
 

Home arrow Aktuelles arrow Nachrichten arrow Abzocke mit Billig-Zahnersatz aus China - und was das mit Armaturen zu tun hat., Jan.'03
 
 
 
Abzocke mit Billig-Zahnersatz aus China -
und was das mit Armaturen zu tun hat...

 

Dubiose Praktiken deutscher Zahnärzte!

Nach vorsichten Vorabschätzungen wurden deutsche Kunden und deren Krankenkassen allein bei dem letzten Zahnersatz Betrugsfall um € 200 Millionen betrogen.
Zahnärzte zahlen z.B. bei Globudent aus Mülheim für einen bestimmte Arbeit € 120.- rechnen jedoch mit den Patienten, bzw. den Kassen € 900.- ab. Die restlichen € 780.- schiebt der betrügerische Zahnarzt ein. Am 20. November 2002 durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Räume der Globudent, Manager und Inhaber der Firma haben die Vorwürfe "im Groben" eingeräumt. Die ersten betrügerischen Ärzte wurden verhaftet.

Schön und gut, aber was hat das mit uns zu tun? Ganz einfach:
In der Armaturenbranche passiert das Gleiche. Einige Betrüger bereichern sich auf Kosten der Allgemeinheit. Viele in der Branche wissen es, keiner macht etwas dagegen.

Worum geht es präzise?

Einige europäische Armaturenhersteller, Importeure und Verteiler holen minderwertige Billig-Armaturen aus China. Dagegen ist nichts einzuwenden. Nur sollte der Kunde es wissen.

Der gutgläubige Verbraucher wird gezielt hinters Licht geführt. Jeder Hinweis auf das Herstellerland fehlt. Stattdessen lesen wir: "made in Italy", "made in Germany", "made in Spain", oder auch nur "Germany", "Italy" oder "Spain". Das oft auch zusätzlich aufscheinende Markenzeichen eines Europäers soll Sicherheit vorgaukeln, wo keine ist. Der Käufer soll glauben die Armatur käme aus Europa, so ist der Käufer doppelt beruhigt. Ware aus Europa, Herstellermarkenzeichen dahinter. Was will man mehr?

Manche Hersteller treiben den Betrug so weit, dass sie die gleichen Armaturen in Europa und in Asien herstellen. Kommt ein Kontrolleur aus Europa oder den USA um eine DIN- oder USA-Kontrolle durchzuführen, zeigt man in Ruhe seine Produktion in Europa. Die gleich aussehenden, minderwertigen, zu Dumpingpreisen verkauften Produkte bleiben aussen vor, der Betrug bleibt verborgen.
Sehr beliebt ist auch das Spiel: "mein Name ist Hase, ich weiss von nichts". Angesprochen auf Asien, wird behauptet, man kaufe in Italien. Das stimmt auch, allerdings wissen alle, dass der Italiener seinerseits aus Asien importiert. "Ich muss ja nicht alles wissen. Hauptsache so billig wie möglich".
Dabei ist es klar, dass man zu den gezahlten Preisen für die Armatur nicht einmal das Stangen-Messing in DIN-Qualität kaufen könnte. Und von gleichbleibender, gesicherter Qualität kann meistens nicht die Rede sein.

Doch der Betrug geht weiter

In Europa wird für Armaturen stranggezogenes Messingmaterial verwendet, das grosse Firmen wie z.B. Diel in Nürnberg oder Wieland-Werke in Ulm unter Einhaltung der DIN Normen entsprechend herstellen. Noch Jahre später sind die Firmen in der Lage, das Mischungsverhältnis Ihrer Messing-Stangen zu belegen. Der Armaturenhersteller, der dieses Material anschliessend pressen lässt, macht auf diese Materialkonformität aufmerksam, durch das Anbringen der Prägung MS 58 nach DIN EN 12165. So ist jeder sicher, dass folgende Mengen Metall in folgender Zusammensetzung vorhanden sind:

Kupfer zwischen 57% bis 59%, Aluminium max. 0.05%, Eisen max. 0.3%, Nickel max. 0.3%, Blei zwischen 1.6 bis 2.5%, Sn max. 0.3%. Für Zinn verbleibt der Rest bis auf max. 0.2%, die für andere Metallanteile vorgesehen sind.

Hier wird nun das Unwissen der Kunden schamlos ausgenutzt. Man lässt auf asiatischen Armaturen MS 58 prägen und behauptet, der DIN Norm zu genügen, wenn 58% Kupfer im Metall enthalten sind. Dies trifft jedoch nicht zu, da die anderen, oben genannten Werte nicht eingehalten werden. Man hat es meistens mit einem teilweise hochgiftigem Material zu tun, mit bis zu 5 - 7 mal höheren Bleiwerten, zu viel Zink, Zinn und auch Arsen. Das Material ist zu weich, zu wenig widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und gegen aggressive Wässer. Klar, der Kunde wird geprellt, er muss die Zeche bezahlen, wenn es zu Schäden kommt.

Meinen Sie noch immer, dies ginge Sie nichts an? Denken wir doch einmal, was es uns eines Tages kosten wird, diese unnötig ins Land geholten Giftstoffe für viel Geld entsorgen müssen. Sie als Bürger und Steuerzahler werden mitzahlen an diesen unnötigen Kosten, die einige wenige Betrüger verursacht haben. Sie haben nichts davon, andere haben sich auf Ihre Kosten bereichert. Wollen wir hier weiterhin wegsehen und auch akzeptieren, dass ehrliche Firmen schliessen müssen, weil Qualitätsarmaturenhersteller gegen diesen Betrug nicht ankommen? Zigtausende von Arbeitsplätzen sind bereits verschwunden und das ist erst der Anfang, wenn wir nichts dagegen unternehmen.

Die USA sind besser organisiert

Alles passiert unter den Augen der Behörden, die nichts dagegen machen. Es wäre doch so einfach. Wie in den USA auch, es müsste das Herstellerland auf den Armaturen angebracht werden. Wer das nicht tut, dessen Ware wird vom Zoll beschlagnahmt, es gibt saftige Strafen. Sollte jemand den Mut haben, auch noch z.B. zu schreiben: "made in Germany", droht ihm Gefängnis. So einfach wäre das, und so klappt es in den Staaten. Nur bei uns in Europa haben wir ein Paradies für Betrüger geschaffen.

Erst kürzlich wurde die Finanz auf einen Betrugsfall aufmerksam gemacht. Es kam zur Hausdurchsuchung und man wurde auch fündig. Lauter chinesische Kugelhähne, gekennzeichnet mit "Italy".

Man denkt, jetzt endlich geht es den Betrügern an den Kragen. Nein. Nichts passierte, die Finanz zog ab. Der Angeschuldigte konnte die Prüfer davon überzeugen, es handele sich nicht um eine Länderherstellerangabe, sondern um Armaturen im italienischen Stil, wie er dies auch bei "Germany" mache. Also, Armaturen im deutschen Stil. Hat ein Mensch schon einmal einen Kugelhahn im "deutschen Stil" gesehen?

IMT investiert Millionen von Euro

Nochmals: wir finden es gut und richtig, dass es einen weltweiten Warenaustausch ohne Behinderung gibt. Wir lehnen es aber ab, dass wir als Firma IMT Millionen und Millionen von €uro in unsere Produktionen in Europa gesteckt haben, damit wir gegenüber Herstellern in Billigländern, die ihren Mitarbeitern Hungerlöhne ohne soziale Sicherung zahlen, wettbewerbsfähig sind. Wir möchten aber nicht, dass unsere Kunden von skrupellosen Betrügern hintergangen werden. Hier sind am allerwenigsten die Asiaten schuld, es sind einige europäischen Betrüger, die sich wie bei den Zahnärzten schamlos bereichern und damit weitere Arbeitsplätze bei uns in Europa gefährden.

Wir sind in Asien viel gereist und haben uns angesehen, unter welch erbärmlichen Bedingungen, die Menschen dort teilweise arbeiten müssen. Wir sahen Menschen, die Armaturen mit blossen Händen und ohne Atemschutz in mit Chemikalien gefüllte Erdlöcher zum Verchromen tauchten. Menschen, die mit Stoffsandaletten bekleidet, glühenden Rotguss in Sandformen gossen und diese mit den Füssen feststampften. Aluminiumgiesser, die so im Rauch arbeiten, dass sie die Hand nicht vor dem Gesicht sehen können. Menschen, die gleich am Arbeitsplatz schlafen, wenn gerade viel zu tun ist und heimgejagt werden, wenn Aufträge fehlen.

Das grosse Geld wird nicht in Asien mit Armaturen gemacht. Können Sie sich vorstellen, dass es unter diesen Bedingungen zu guter Qualität kommen kann?

Seit mehr als 30 Jahren fühlen wir uns von IMT ARMATUREN Qualitätsarmaturen für Industrie und Handwerk verpflichtet. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Nicht nur das. Wir alle von IMT haben uns vorgenommen, an uns zu arbeiten und noch besser zu werden. Auf der ganzen Linie! Neue, interessante Produkte, einwandfreie Qualität, freundliche Mitarbeiter, die Kunden pflegen, schnelle Auftragsbearbeitung, schnelle Lieferung, prompte Reaktion auf Reklamationen. Kundenpflege per Telefon und vor Ort und auf Messen.

Wir sind sicher, Sie werden sich an all das erinnern, wenn man Ihnen wieder einmal Armaturen zeigt, die so unschlagbar billig sein sollen. Sie wissen, was die Amerikaner sagen: "You get what you pay for" . Und zu einem Schundpreis gehört eben auch Schund. Also schade um das gute Geld, geben wir gleich das Geld richtig aus.

Januar 2003
 
< zurück   weiter >